Magie der Poesie

Paul Gerhardts Sprachwunder
rezitiert und gesungen
mit Musik von Bach, Crüger, Ebeling, Fischer, Hasse, Keiser u.a.

 
Karsten Henschel – Countertenor, Rezitation

Juliane Felsch-Grunow –  Orgel

Paul Gerhardt klingt innen. Ein Hör-Kino. Seine Verse erzeugen Gefühle, Bilder und Vorstellungen.
Einfache Worte, die sofort ansprechen und treffen. Seine Sprachschöpfungen verbinden Erfahrungen
des Lebens mit Fragen nach dem Sinn des Lebens und einem größeren Zusammenhang.
Nach über 350 Jahren haben Paul Gerhardts Dichtungen nichts an Kraft und Magie verloren.
Man muß sie nur hören, sprechen oder singen. Ursprünglich für die private Andacht gedacht, haben
die Verse schnell Verbreitung gefunden und sind vielfach vertont worden. J.S. Bach hat durch die
Choräle "Wie soll ich dich empfangen" und "Ich steh an deiner Krippen hier" im Weihnachtsoratorium
oder "Wenn ich einmal soll scheiden" in der Matthäus-Passion den Dichter Paul Gerhardt zu großer
kultureller Bekanntheit gebracht.
Der Mensch Paul Gerhardt hingegen scheint nach allem, was wir wissen, ein bescheidenes Leben gelebt zu haben, das durch die Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges gezeichnet und von den Sorgen des Alltags geprägt war. Sein "wirkliches Leben" aber scheint sich in seinen Liedern abzuspielen. Dort, in seiner Innenwelt, singt und klingt es, dort lacht er vor  Freude und schreit seine Schmerzen hinaus.
"Du meine Seele singe" - Paul Gerhardt klingt innen.

Aus dem Programm
J.S.
Bach: Auszüge aus der Kantate 92 "Ich hab in Gottes Herz und Sinn"
Nicolaus Hasse: Noch dennoch musst du drum
             Auf den Nebel folgt die Sonn
Johann Fischer: Sei mir tausendmal gegrüßet (Schein/Crüger/Fischer)
Reinhard Keiser: Wann ich einmal soll scheiden
Johann Crüger: Nun ruhen alle Wälder
             Wie soll ich dich empfangen
             Fröhlich soll mein Herze springen
Johann Georg Ebeling: Die güldne Sonne

J.S. BACH und D. BUXTEHUDE:  Präludien und Fantasien auf der Orgel

 

Bildautor: Reyk Grunow

Foto: Günther Schulz